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Bürgerhaushalte international – Was können wir aus den weltweiten Erfahrungen mit Bürgerhaushalten lernen?


Bürgerhaushalte zählen zu den weltweit erfolgreichsten Beteiligungsformaten der letzten Jahrzehnte. Sie genießen sowohl große politische als auch wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Unser Netzwerker Roland Roth skizziert in seinem Beitrag die Pfade und treibenden Motive hinter der Verbreitung dieses Beteiligungsverfahrens aus den brasilianischen Kommunen um den ganzen Globus. Er stellt heraus, dass mit den Bürgerhaushalten zu jeder Zeit hohe – bisweilen widersprüchliche – Erwartungen verknüpft wurden, aus denen sich unterschiedliche Lesarten dieser Erfolgsgeschichte ableiten lassen. Einerseits werden die Stärkung der Zivilgesellschaft in benachteiligten Quartieren und die erfolgreiche Korruptionsbekämpfung in den Ländern des Südens angeführt. Andererseits wird eine mangelnde Übertragung dieses Modells auf die OECD-Staaten beschrieben, wo der Bürgerhaushalt als ein Instrument der Verwaltungsmodernisierung (»New Public Management«) etabliert wurde. Und selbst für die Schwellenländer wird mittlerweile eine »Verklärung« von Umverteilungs- und Demokratisierungseffekten diagnostiziert. Roth plädiert vor diesem Hintergrund für eine kritische Bestandsaufnahme. Er spricht sich dafür aus, an den weitreichenden Ambitionen von Bürgerhaushalten festzuhalten und sie zukünftig als inklusive Lernorte für demokratisches Handeln weiterzuentwickeln.

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