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Viernheim: »Helping Hands«


Zwanzig Geflüchtete und ein Name, der gut zu ihnen passt: »Helping Hands«

Die »helfenden Hände« sind ein Teil des großen Integrationsprojekts »Ich bin ein Viernheimer«. Sie sind Ansprechpartner in jeder Situation, unterstützen die Integrationsbemühungen in Viernheim und bilden so ein Bindeglied zwischen Asylkreis und Bewohnerinnen und Bewohnern der vier Häuser, in denen ca. 450 Flüchtlinge leben.

Die Besonderheit dieser Gruppe besteht darin, dass sie nicht von kirchlichen oder kommunalen Stellen geleitet wird, sondern von einer Leitungsgruppe aus den Reihen der Flüchtlinge selbst.

Die »Helping Hands« haben ein eigenes Integrationsbüro unter der Leitung von Kibreab Habtemichael und stehen Asylbewerber/innen und Bürger/innen der Stadt Viernheim für Fragen im Integrationsprozess zur Verfügung.

Stiftung Mitarbeit: Wie kam es zu der Idee und Gründung der »Helping Hands«?
Kibreab Habtemichael: 2014 wurde in Viernheim »Ich bin ein Viernheimer« ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts sollte ein persönlicher Integrationsplan für jede/n Asylbewerber/in in Viernheim aufgestellt werden. Viele Asylbewerber/innen wurden selbst aktiv. Fünf Personen gründeten die Gruppe »Helping Voices«. Daraus wurden dann später die »Helping Hands«.

Stiftung Mitarbeit: Wie viele Leute arbeiten bei den »Helping Hands«? Was macht ihr genau?
Kibreab Habtemichael: Die »Helping Hands« sind zwanzig engagierte Flüchtlinge: acht Frauen und zwölf Männer. Wir kommen aus vier unterschiedlichen Nationen. Wir dolmetschen für andere Flüchtlinge in verschieden Sprachen und begleiten sie ins Krankenhaus, zur Baugenossenschaft oder zum Job Center. Wir haben stets ein offenes Ohr für die Nöte und Sorgen der Menschen, die in den Unterkünften leben und Unterstützung benötigen. Wir haben in Viernheim schon viele Veranstaltungen organisiert und durchgeführt: die größte Musikshow Viernheims, Feste mir afrikanischem oder orientalischem Essen, Sportveranstaltungen, eine Stadtputzaktion, Weihnachtsfeste… Einmal die Woche treffen sich die »Helping Hands« im Integrationsbüro. Wir diskutieren dort über Fragen der Integration und darüber, wie wir als Anlaufstelle für Viernheimer Bürgerinnen und Bürger sowie Asylbewerber gut beraten können. Die Anliegen tragen wir anschließend in den Asylkreis und bitten dort um Unterstützung. Die  »Helping Hands« sind eingebunden in das Netzwerk der Viernheimer Flüchtlingsarbeit sowohl im Asylkreis als auch in der Projektgruppe »Ich bin ein Viernheimer«, die von Kirche, Stadt und Kreis getragen wird.

Stiftung Mitarbeit: Was war oder ist besonders schwierig in der täglichen Arbeit?
Kibreab Habtemichael: Es ist nicht immer leicht, neben der eigenen Lebensplanung für andere da zu sein, die Unterstützung benötigen. Die »Helping Hands« helfen gerne, freiwillig und ehrenamtlich. Wir arbeiten mit großer Begeisterung und sind hoch motiviert. Aber auch wir brauchen hin und wieder mal Zeit für uns und unsere Familien. 

Stiftung Mitarbeit: Was steht jetzt noch an? Was sind eure weiteren Pläne mit den Helping Hands?
Kibreab Habtemichael: Wir haben ja in den letzten Jahren viele erfolgreiche Projekte geplant und durchgeführt. Diesen Winter sind wir das erste Mal mit einem eigenen Stand auf dem Viernheimer Weihnachtsmarkt vertreten. Auch im nächsten Jahr werden wir wieder verschiedene kulturelle Begegnungen veranstalten.

Weitere Informationen

»Ich bin ein Viernheimer« wurde 2014 im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „startsocial“ zur Förderung ehrenamtlichen sozialen Engagements gegründet. Unter der Schirmherrschaft des Generalvikars des Bistums Mainz, Prälat Dietmar Giebelmann, machte sich die Pfarrei St. Hildegard – St. Michael zur Aufgabe, die Asylbewerber in die Viernheimer Gesellschaft zu integrieren. Seit dem arbeiten die Stadt Viernheim, Kreis Bergstraße, die Kirchen, der Asylkreis der Pfarrgemeinde und zahlreiche Engagierte zusammen an der Integration und Partizipation von Geflüchteten in Viernheim.


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