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Bochum: Refugee Strike

Der Refugee Strike in Bochum ist eine selbst organisierte Initiative geflüchteter Menschen, die seit März 2016 aktiv ist. Die Gruppe setzt sich seitdem aktiv für die Rechte der Geflüchteten in Bochum ein.


Tareq Alaows erzählt:

»Refugee Strike Bochum entstand durch ein Protestcamp, bei dem wir 17 Tage vor dem Bochumer Rathaus protestierten. Dieses Protestcamp war ein wichtiges Ereignis, eine wichtige Aktion für unsere Arbeit, da wir einerseits viele unserer politischen Ziele erreicht haben und andererseits sehr gute Kontakte zu anderen Gruppen, Initiativen, Organisationen und politischen Parteien aufbauen konnten.
Während unseres Protestes, bekamen wir viele Zusagen von der Stadt für unsere Forderungen, weswegen wir unseren Protest abbrachen. Nach dem Protestcamp gingen wir aber in weitere Verhandlungen mit der Stadt, um die Umsetzung der Forderungen zu besprechen, andere Probleme zur Asylpolitik Bochums zu lösen und die Arbeit der Stadt zu beobachten und zu sehen, ob sie ihre Versprechen hält.
Aus den Menschen, die beim Camp dabei waren, hat sich unsere Gruppe »Refugee Strike Bochum« gegründet.
In der Zwischenzeit verhandelte unsere Gruppe weiter mit der Stadt, vernetzte sich mit mehreren politischen Gruppen und beteiligte sich in verschiedenen Kreisen, die sich mit dem Thema »Geflüchtete und Arbeit mit Geflüchteten« beschäftigen.

Zurzeit haben wir zwei Schwerpunkte in unserer Arbeit:

1. Das Zusammenleben und Teilhabe von geflüchteten Menschen:
In diesem Bereich organisieren wir zusammen mit der Initiative »Begegnungscafé lysA« und den Vereinen »DIDF« und »Worldbeatclub« ein wöchentliches Sprachcafé-»Tandem«, welches in Bochum stattfindet.
Mit dem Sprachtandem möchten wir eine Botschaft schicken: Integration bedeutet nicht nur, die deutsche Sprache in Sprachkursen zu lernen, sondern man braucht Kontakt zwischen den Menschen! Statt der Forderung nach Integration wollen wir ein Konzept für das Zusammenleben entwickeln. Das Zusammenleben kann nicht nur von Seiten der geflüchteten Menschen gestaltet werden. Es muss eine zweiseitige Arbeit entstehen. Deshalb werden in unserem Projekt immer zwei Sprachen unterrichtet: Deutsch und die Muttersprache von einem Geflüchteten. So sehen die zwei Tandempartner*innen, dass sie beide nehmen und geben können.

2. Politische Beteiligung von geflüchteten Menschen:
Wir treffen uns zwei Mal monatlich mit dem Initiativkreis, in dem sich Initiativen, Organisationen und Privatmenschen, die sich im Thema Flüchtlingsarbeit engagieren, vernetzen. Außerdem machen wir viele Workshops zum Thema »Augenhöhe«, »Teilhabe« usw. Und wir beteiligen uns an vielen Veranstaltungen, bei denen wir uns vorstellen, unsere Meinung äußern und auch neue Kontakte knüpfen können. Wir möchten weiterhin politische Arbeit machen und bei Bedarf politische Bewegungen organisieren.

Es war für uns sehr schwer, auf die vielen Verschärfungen des Asylrechts, die ganz schnell und hintereinander durchgesetzt wurden, zu reagieren. Es fehlte die Ruhe, um weitere Entwicklungen zu schaffen oder weitere Ideen umzusetzen. Zurzeit sehen wir uns mit einer politischen Situation konfrontiert, in der wir immer auf Verschärfungen reagieren müssen. Die Beschäftigung damit nimmt viel Raum ein und bindet leider viele Kapazitäten.«

Video von Refugee Strike Bochum


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