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»Theorie-U«: Akteure beteiligen – Innovative kommunale Veränderungsprozesse gestalten


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Der gesamte kommunale Sektor – ausgehend von Serviceangeboten in Bildung und Betreuung über die Frage innovativer bürgernaher Beteiligungsprozesse bis hin zur Gestaltung der Infrastruktur (z. B. Kommunale Konzeption zur Ganztagesbildung) – ist derzeit mit massiven Anforderungen hinsichtlich seiner Entwicklungsfähigkeit konfrontiert. Die Mehrzahl kommunaler Handlungs- und Verfahrensweisen sind jedoch bislang nur in geringem Ausmaß dazu geeignet, diesen Herausforderungen – etwa durch die Entwicklung innovativer und optimierter Strategien – angemessen zu begegnen. Überraschen kann dies nicht.

Bei den anstehenden Herausforderungen und Aufgaben handelt es sich nämlich um soziale Innovationen. Sie sind ist im Gegensatz zu rein technischen Innovationen an einer Vielzahl von Einflussgrößen gebunden, die sich einer unmittelbaren Steuerung durch die bekannten Methoden und Strategien der Organisationsentwicklung entziehen. Bei sozialen Innovationsprozessen entsteht immer die Situation, dass etwas Neues geschaffen werden soll, die Bedingungen für das Entstehen des Neuen jedoch unbekannt sind und erst im Prozess selbst generiert werden. Einen möglichen methodischen Zugang, um dieses Dilemma zu lösen, bietet die Theorie-U als Strategie sozialer Entwicklungsprozesse.

Grundlegende Herausforderungen kommunalen Handelns

Wir sehen vor allem drei für den kommunalen Sektor grundlegende Herausforderungen: 

Die erste zentrale Herausforderung besteht darin, kommunale Strukturen darin zu unterstützen innovative Entwicklungsprozesse zu initiieren und zu begleiten. Diese Prozesse müssen in der Lage sein, eine Beteiligungskultur zu etablieren, in der nicht eine Vielfalt Einzelner auf ihre Rechte pocht, sondern in der aus einer Perspektive des gemeinsamen Ganzen gehandelt wird. Ein solcher Prozess tiefgreifender sozialer Innovation kann nur begrenzt durch die Übernahme von Konzeptionen aus dem traditionellen Managementbereich gesteuert werden, da diese nur teilweise mit den Strukturen kommunaler Gemeinschaften kompatibel sind. Kommunen bedürfen eines eigenen sozialen Transformationsmodells, das geeignet ist, den spezifischen Anforderungen von sozialer Innovation in den Bereichen Bildung und Soziales sowie neuer politischer Kultur und bei Fragen der Infrasturkurentwicklung gerecht zu werden.

Zweitens rückt allmählich die Notwendigkeit einer Reform des öffentlichen Sektors ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Dieser wurde in den letzten Jahren durch zahlreiche Interessenskonflikte gekennzeichnet, an denen sich zeigt, dass trotz hoher Kostenaufwendungen oft nur unbefriedigende Ergebnisse erreicht werden. Dieser notwendige Reformprozess kann nur dann erfolgreich bewältigt werden, wenn die vorrangig Beteiligten (u. a. Verwaltungsangehörige und Führungskräfte, engagierte Akteure in der Kommune) überhaupt erst einmal dazu befähigt werden, einen sozialen Innovationsprozess zu durchschreiten, ohne sich dabei innerlich abzuwenden und in der Folge Partikularinteressen zu verfolgen.

Drittens stehen sämtliche kommunale Bildungseinrichtungen – von der Kindertagesstätte bis zur beruflichen Bildung – vor einer paradigmatischen Wende des Lernkonzepts, die eine Abkehr vom lernzielorientierten Ansatz hin zu einem am Kompetenzerwerb orientierten inklusiven Bildungsangebot beinhaltet. Dies erfordert einen Abschied von den traditionellen Bildern in Schule, Aus- und Weiterbildung und Unterricht, denn das geforderte zeitgemäße Bildungskonzept kann nicht als lineare Fortschreibung der Trends aus der Vergangenheit entwickelt werden.
So unbestritten die Dringlichkeit dieser paradigmatischen Wende angesichts dramatischer Umfeldveränderungen ist, so schwierig erweist sich deren konkrete Umsetzung. Hier ist ein Neudenken gefordert, das sich auch in innovativen Methoden und Organisationsmodellen abbildet.

Der Hintergrund für unzureichende und mangelhafte Problemlösefähigkeiten in Teilen der kommunalen Verwaltungen besteht unserer Analyse nach darin, dass viele kommunale Institutionen kein Konzept besitzen, um authentisches Handlungswissen zu generieren, welches sie darin unterstützen könnte, die genannten Herausforderungen proaktiv und sozial innovativ zu bewältigen. Zu oft beschränken sich Reformstrategien auf den Versuch der bloßen Optimierung tradierter Strukturen und Konzepte. Dagegen ist vielmehr ein veränderter kommunaler Zugang gefordert, der mit einer neuen Qualität des Wissens über soziale Innovationsprozesse einhergehen muss. 


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