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Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern in Beteiligungsprozessen


Beteiligungsprozesse basieren auf der Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Dabei kann der Kritik an niedrigen Teilnehmerzahlen durch eine entsprechende Qualität der Ergebnisse begegnet werden.

Doch meist – so der Vorwurf – werden durch Beteiligungsprozesse nur diejenigen Bürgerinnen und Bürger erreicht, die ohnehin politisch interessiert sind – eine Art schweigende Mehrheit beteiligt sich gar nicht erst an den Verfahren.

Das Thementeam »Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern in Beteiligungsprozessen« stellt sich der Frage, wie Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlichen Interessenslagen und aus verschiedenen Bevölkerungsschichten zur Teilnahme motiviert werden können.

Eine Bestandsaufnahme muss danach fragen, welche Zielgruppen schlecht erreicht werden und auch, welche best practice Beispiele für die Inklusion aller Bevölkerungsteile bestehen. Perspektivisch soll der Frage nachgegangen werden, wie die Teilnahme an Bürgerbeteiligungsprozessen attraktiv gestaltet werden kann und welche Voraussetzungen Menschen brauchen, um ihre Kommune mitgestalten zu wollen und zu können.

Ergebnisse des Netzwerktreffens 2016
Die Diskussionen im Thementeam beim diesjährigen Netzwerktreffen im Juni 2016 haben die Vielfalt der Einflussfaktoren und die Bedeutung von Vertrauen und Kommunikation im Beteiligungsprozess aufgezeigt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier.
Wir laden Sie daher herzlich ein, im Onlineforum über gelungene und misslungene Kommunikation in Beteiligungsverfahren zu diskutieren. Ziel dabei ist es, unser Whitepaper zum Thema Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern in Beteiligungsprozessen zu ergänzen und anschließend zur Diskussion vorzulegen.

Wenn Sie Interesse haben, sich im Thementeam zu engagieren, wenden Sie sich bitte an Theresa Steffens: steffens(at)werdenktwas.de

 

Kurzer Rückblick auf die bisherige Arbeit des Thementeams

Weiterführende Diskussionen auf dem Netzwerktreffen 2015
Im Thementeam »Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern in Beteiligungsprozessen« kamen auf dem Netzwerktreffen viele interessierte Netzwerkerinnen und Netzwerker miteinander ins Gespräch. Zunächst wurden die Ergebnisse der bisherigen Onlinediskussion im Forum  auf der Netzwerkseite vorgestellt.
Dabei ging es vor allen Dingen um Zielgruppen, die erreicht werden sollen, um Mittel zur Aktivierung und Best practice-Beispiele. Die Teilnehmenden des Workshops diskutierten anschließend vor allem solche Mittel, welche ihnen in ihrem eigenen Kontext besonders positiv aufgefallen waren. Dabei fiel auf, dass es an einer einheitlichen Definition von Bürgerbeteiligung in Abgrenzung zu bürgerschaftlichem Engagement fehlt.
Hier finden Sie das Foto der Stellwand aus der Gruppe zum Download.

Schließlich ging es um die Zielsetzung des Thementeams – hier kam die Gruppe zu dem Schluss, dass es sinnvoller ist, bereits bestehende Auflistungen geeigneter Instrumente zur Aktivierung zusammenzutragen, statt an einer eigenen Liste zu arbeiten, die nur eine weitere unter vielen wäre.

Erste Diskussionen auf dem Netzwerktreffen 2014
Auf dem Netzwerktreffen 2014 hatten sich bereits 14 Netzwerker/innen zur Diskussion rund um das Thementeam gefunden. Diskutiert wurde unter anderem die Wichtigkeit einer achtsamen Gestaltung der Beteiligungsprozesse. Dazu gehören der Ausbau persönlicher Beziehungen, niedrigschwellige Zugänge, die Verknüpfung »politischer Themen« mit alltäglichem Erleben und einiges mehr.
Hier finden Sie das Foto der Stellwand aus der Gruppe zum Download.


Martin Holler, 16.06.2015 20:29 Uhr:
Hallo zusammen,
über Aktivierung wird zurecht viel gesprochen. Ich habe mit meinen Studierenden darüber in meinem Stadtgeographie-Seminar gesprochen. Keiner hatte, obwohl alle das Thema Bürgerbeteiligung wichtig finden, an einer Beteiligungsveranstaltung teilgenommen. Wir haben aber zunächst nicht darüber gesprochen, wie Aktivierung funktionieren kann, sondern warum bisher keiner teilgenommen hat. Die Gründe waren vielfältig. Viele nehmen den Studienort nur als temporären Lebensmittelpunkt wahr und möchten sich daher nicht bei langfristigen Entwicklungen beteiligen. Anderen fehlte schlicht die Kenntnis, dass es Möglichkeiten zur Beteiligung gibt. Wieder andere fühlten sich nicht in der Lage etwas konstruktives zum Beteiligungsgegenstand beizutragen. Fehlende Anreize und mangelnde Betroffenheit wurden auch genannt.
Meines Erachtens eine gute Herangehensweise, um sich dem Thema Aktivierung zu nähern. Sind die Ursachen der Nichtbeteiligung bekannt, kann eine Aktivierung wesentlich besser gesteuert werden.
Helge Mühr, 31.03.2015 15:49 Uhr:
Wenn Sie wissen wollen, wie Menschen mit unterschiedlichen Interessenslagen und aus verschiedenen Bevölkerungsschichten ticken, welche Ideen sie haben und welcher Meinung sie sind, dann müssen Sie ihnen dafür einfache Mittel zur Verfügung und einfache Fragen stellen. Daran führt kein Weg vorbei. Als Verein stellen wir uns z.B. auf Marktplätze und Veranstaltungen und lassen die interessierten Menschen ihre Ideen, Wünsche und Vorschläge allg. oder zu einem bestimmten Thema öffentlich an eine Plakatwand schreiben. 

Darüber hinaus stellen wir Ideen- und Wunschboxen an stark frequentierten Orten auf. Das kann ein Familienzentrum sein, das Ausländerbüro, im Büro des Behindertenbeirates, der Offene Kanal, die Bahnhofsmission, Jugendtreffs, AWO, Caritas oder auch die IHK ... Mittels Ideenkärtchen können die Leute dann kurz und knapp ihre Ideen und Meinungen aufschreiben und in die Wunschbox stecken. 

Da die Ideengeber wissen wollen, was mit ihren Ideen und Vorschlägen passiert, benötigen sie Systeme, in denen sie sich mit Gleichgesinnten und anderen Engagierten austauschen, diskutieren und Ideen anderer bewerten und unterstützen können. Deshalb fotografieren wir jede Idee von den Plakatwänden und Ideenkärtchen ab, bündeln sie und stellen sie zur Diskussion, Bewertung und Unterstützung auf eine Online-Plattform. Diese Plattform dient gleichzeitig dem Community Building für Engagierte. So formen wir ein permanentes Netzwerk beteiligungswilliger Menschen und bauen persönliche Beziehungen auf. Egal wie sich die Leute kennen lernen, ob im virtuellen Raum oder auf Events, Workshops oder an der Pinnwand, sie werden sich anschauen, wer auch noch ihrer Meinung ist und sie unterstützt und wie gut ihr Beitrag bewertet wurde. So können Sie eine aktive und engagierte Gemeinschaft entwickeln und organisieren, und Sie müssen nicht ständig von vorn anfangen, Leute zu suchen, die sich beteiligen wollen. 

Allerdings müssen Sie auch dafür sorgen, dass positive Ergebnisse produziert werden. Sprich, die besten Ideen müssen sich im weiteren Beteiligungsprozess wieder finden. Darüber hinaus muss der  Fortschritt eines guten Vorschlages dokumentiert und über Neuigkeiten informiert werden. Das passiert bei uns über die Online-Plattform und automatisierter E-Mails.


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